Jeder kennt sie und kaum ein touris­tisch erschlos­sener Ort bleibt von den soge­nannten Stein­männ­chen verschont. Muss das wirklich sein?

Ich scrolle gerade durch die Biblio­thek und Bilder meiner Austra­lien Reise, als mir wieder eines dieser nervigen Steinmännchen-Bilder ins Gesicht springt. Ich heiße nicht Herr Dr. Moral­apostel, trotzdem finde ich, das dieses Thema unbedingt mal ange­spro­chen werden muss – der Haupt­grund für diesen Beitrag.


Der ursprüng­liche Sinn von Stein­männ­chen

Doch woher stammt eigent­lich die Idee dieser seltsamen Gebilde? Das Grund­prinzip ist denkbar einfach: Schwer passier­bare Wege, besonders in Berg­re­gionen, wurden durch aufein­ander gesta­pelte Steine gekenn­zeichnet, denn die kommen in der Natur praktisch nicht vor. An die Instagram-Selfies profes­sio­neller Stei­ne­stapler, Google Maps und GPS hat damals noch keiner gedacht. Viel­leicht auch besser so.


Stein­männ­chen und der heutige Sinn: Schau, ich war hier!

Heute sieht man sie an jeder Ecke. Über den Sinn kann man sich streiten oder in anderen Worten: Es gibt keinen. Egal ob auf 5000 Metern in Peru, am Bodensee in Deutsch­land oder im letzen Winkel eines austra­li­schen Natio­nal­parks. Ich sehe sie jedes Mal und frage mich: Warum zum Teufel muss die Natur für unser Kenn­zeich­nungs­be­dürfnis gerade stehen? Warum nicht die Land­schaft so genießen, wie sie ist?


Steine stapeln: Wann hört der Spaß auf? Die Nega­tiv­folgen

In Norwegen waren 2014 sogar zwei Natur­schutz­ge­biete und histo­ri­sche Stein­gräber betroffen (Quelle: Ulovlige varder er blitt en farsott). Aber mal unab­hängig davon, ob das jetzt Spaß macht oder nicht: Fakt ist, dass unsere Ökosys­teme darunter leiden. Die Steine schützen Pflanzen und Wurzeln vor der Sonnen­ein­strah­lung.

Die wiederum sind z.B. für Insekten lebens­not­wendig, Stichwort Schutz und Nahrung. Vögel, Eidechsen oder Geckos sind dann auf die fehlenden Insekten ange­wiesen – ein regel­rechter Teufels­kreis. Was mich aber tierisch nervt ist der ästhe­ti­sche Aspekt: Der Spaß hört für mich auf, wenn ich auf ganze Strände treffe, die ein bisschen den Eindruck einer Groß­bau­stelle erwecken. Die Türme müssen stabil sein, je höher, desto besser. Wo soll das noch hinführen?

Der Mensch war hier: Unbe­rührte Natur? Fehl­an­zeige. (Kalbarri Natio­nal­park, Austra­lien)


Und ja, es gibt schon Hinweis­schilder, z.B. auf den Balearen, die das Phänomen Stein­männ­chen unter­binden sollen. Nur: Müssen wir für alles irgend­welche Schilder aufstellen? Eins für Stei­ne­stapler, eins für die, die ihrem verdammten Plas­tik­müll 1 Meter neben den Mülleimer werfen und eins für … Moment, warum nicht mal den Kopf einschalten?

Was ist deine Meinung und wie stehst du zum Thema Steine stapeln? Schreib‘ gerne einen Kommentar!


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