In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie du anhand von 8 einfachen Tipps sofort bessere Urlaubs­bilder machst. Ohne teure Kamera & jahre­lange Erfahrung.


#1 Bessere Urlaubs­fotos: Die richtige Tageszeit ist das A und O

Das natür­liche Licht macht den Großteil deiner Urlaubs­bilder aus. Daher solltest du versuchen, die grelle Mittags­sonne zu vermeiden. Das warme & weiche Licht der goldenen Stunde peppt deine Fotos ganz natürlich auf – keine Softbox oder sonstigen Kram, den du im Urlaub mitschleppen musst.

☞ Was ist die goldene Stunde? Die goldene Stunde folgt nach dem Sonnen­auf­gang und liegt vor dem Sonnen­un­ter­gang. Es lohnt sich, früh aufzu­stehen – selbst die meist­be­suchten Sehens­wür­dig­keiten sind zur frühen Stunde oft menschen­leer. Die goldene Stunde hält etwa 45 bis 60 Minuten an – in dieser Zeit hast du optimale Bedin­gungen, um tolle Urlaubs­bilder zu knipsen. Einzige Voraus­set­zung: Die Sonne muss erstmal da sein – leider nicht beein­flussbar.

☞ Extra-Tipp: Die lang­wei­lige Mittags­sonne kannst du z.B. für Museen oder Strand­be­suche nutzen.

Beispiel­bilder, die ich genau zur richtigen Zeit aufge­nommen habe:

Bessere Urlaubs­bilder: Der Tafelberg in Kapstadt zum genau richtigen Zeitpunkt

Auch auf Rottnest Island (West­aus­tra­lien) hat sich die goldene Stunde gelohnt.


#2 Foto­gra­fieren im Urlaub: Weniger ist mehr!

Für gute Fotos brauchst du eine teure Kamera. Je teurer, desto besser werden die Bilder. Ganz von alleine. Dazu am besten noch 5 Objektive: 1 Weit­win­kel­ob­jektiv für Land­schaften, ein 70-200m 2.8 für Tiere und … nein, lassen wir das:

Konzen­triere dich beim Foto­gra­fieren im Urlaub auf das Wesent­liche. Weniger ist mehr. Für die meisten Bilder reicht dir sogar das normale Kit-Objektiv. Glaub mir – erst wenn du das bis zum Limit ausge­quet­schen kannst oder du dich auf bestimmte Themen, wie Astro- oder Tier­fo­to­grafie, fokus­sierst, solltest du nach­kaufen.

Für Fotografie-Einsteiger kann ich die A6000 System­ka­mera mit Kitob­jektiv* empfehlen – ich habe sie selbst lange Zeit benutzt und bin am Ende nur aufgrund des höheren Dyna­mik­um­fangs und der besseren ISO-Verträglichkeit auf die sehr viel teurere Voll­for­mat­ka­mera Sony A7II* mit dem 2470mm F4 Zeiss-Objektiv* umge­stiegen.

Am Ende ist eine Kamera immer noch ein Werkzeug, um Fotos zu machen. Der, der sie bedient, macht die Bilder. Lies unbedingt die nächsten beiden Abschnitte, um zu erfahren, wie du noch bessere Urlaubs­fotos machst.


#3 Tipps für Tolle Urlaubs­fotos: Deine Kamera verstehen

Es ist wichtig, dass du verstehst, wie deine Kamera funk­tio­niert. Ich persön­lich habe mir Blende, Verschluss­zeit und ISO einfach selbst beigebracht. Dazu habe ich meine Kamera auf den manuellen Modus einge­stellt und wie wild Drehräder und Werte verstellt, bis ich kapiert habe, was wann wie meine Fotos und deren Belich­tung beein­flusst.

☞ Tipp: Hilfreich sind auch YouTube Tutorials – die gibt es wie Sand am Meer und stecken meist voller Mehrwert!

Blende – was das denn?

Die Blende (F) gibt dir an, wie viel Licht auf den Sensor fällt. Je niedriger die Zahl, desto weiter öffnet sich die Blende. Dadurch wird dein Bild heller und der Hinter­grund unscharf. Verstell einfach mal den Wert und schau vorne auf die Linse, um zu sehen was passiert.

☞ Unscharfer Hinter­grund: Du hast dich schon immer gefragt, wie du diesen coolen unscharfen Hinter­grund hinbe­kommst, der Fotos gleich viel profes­sio­neller wirken lässt? Dazu öffnest du deine Blende so weit wie möglich. Das kann z.B. F4 oder F3.5 sein. Portraitlinsen bzw. Fest­brennt­weiten sind besonders licht­stark (z.B. F 1.4) und erzeugen einen noch „unschär­feren“ Hinter­grund.

Dieses Bild wurde beispiels­weise mit Blende F4 aufge­nommen:

Die offene Blende erzeugt ein tolles Bokeh.


Verschluss­zeit

Die Verschluss­zeit legt fest, wie lange Licht auf den Sensor fällt. Je kürzer, desto schneller schließt der Verschluss und desto dunkler ist das Bild. Kurze Verschluss­zeiten eignen sich z.B. für das Foto­gra­fieren von Tieren und fahrenden Autos.

Je länger die Verschluss­zeit, desto mehr Licht fällt auf den Sensor. Ab einer gewissen Länge brauchst du außerdem eine Stativ, da Bilder sonst verwa­ckeln. Lange Verschluss­zeiten werden z.B. für Nacht­auf­nahmen genutzt.

☞ Tipp: Dreh mal den Wasser­hahn auf und verändere die Verschluss­zeit und schau, was passiert.

Den ISO verstehen – Isso!

Der ISO-Wert gibt an, wie sensibel dein Sensor auf einfal­lendes Licht reagiert. Je höher der Wert, desto heller dein Bild. Gleich­zeitig ändert sich das Rausch­ver­halten, sodass Bilder ab einem gewissen Wert (je nach Kamera) unbrauchbar werden. Dann entstehen diese typischen „Körner“ – besonders bei Nacht­auf­nahmen mit schlechten Licht­ver­hält­nissen.

Ich kann dir nur empfehlen, deine Kamera vor einer Reise ausgiebig kennen­zu­lernen. Ich bin mit der „Trial & Error Schiene“ gut gefahren. Videos und Bücher können auch eine große Hilfe sein. Viel Spaß beim Auspro­bieren!


#4 Bessere Urlaubs­bilder: 2 einfachen Fotografie-Grundlagen

Die Drittel Regel

Der Horizont sollte möglichst nie in der Bildmitte liegen. Das sieht lang­weilig aus. Posi­tio­niere „Eyecat­cher“ so, dass sie im Schnitt­punkt dieser Drittel liegen. Die Gitter­li­nien kannst du im Menü deiner Kamera akti­vieren (3×3).

☞ Beispiel: Die Person auf der Sanddüne liegt auf dem Schnitt­punkt, die oberen 2/3 des Fotos bestehen aus Himmel. Ich habe den Fokus ganz bewusst auf die pink-roten Wolken gelegt, der Sonnen­un­ter­gang an dem Abend war wirklich Spitze!

Beispiel für die soge­nannte Drittel-Regel in der Foto­grafie.


Führende Linien

Versuche, Objekte in deinen Urlaubs­bil­dern so zu plat­zieren, dass eine spannende Kompo­si­tion entsteht. Das können z.B. Wege, Flüsse oder Straßen sein, die den Weg auf inter­es­sante Bild­ele­mente vorgeben.

Dieses Bild habe ich in Kapstadt kurz nach Sonnen­auf­gang aufge­nommen. Der erste Gedanke ist doch: „Führt dieser Weg wirklich auf die Spitze des Berges?“ – oder?

Dieser Weg führt zum von der Sonne ange­leuch­teten Lions Head (Kapstadt).


#5 Ganz wichtig für tolle Urlaubs­fotos: Blitz aus!

Der Blitz nervt nicht nur Tiere & andere Menschen – in 90% brauchst du ihn nichtmal. Ich sehe so viele, die um 12 Uhr Mittags in der prallen Sonne fleißig in der Gegend rumblitzen. Ob das Sinn macht? Nein, null. Die Bilder sehen einfach nur schreck­lich und total über­be­lichtet aus. Den Blitz solltest du, wenn überhaupt, nur in schlechten Licht­ver­hält­nissen nutzen – z.B. auf Partys.

Der Blitz ist eigent­lich nur für Foto­grafen inter­es­sant, die Portraits in Studios bzw. in bestimmten Situa­tionen auch outdoor shooten. Für ganz normale, tolle Urlaubs­bilder aber absolut unge­eignet.


#6 Reise­fo­to­grafie Tipps: Nicht alles und jeden foto­gra­fieren

Konzen­triere dich statt­dessen auf bestimmte Motive, Land­schaften oder Themen, die du dir bewusst vorher aussuchst. Dadurch wirst du auto­ma­tisch bessere Urlaubs­fotos machen.

☞ Beispiel: Überlege dir als Zielfoto „toller Sonnen­un­ter­gang am Strand mit Person XY“ statt Muscheln, Palmen, Cocktails und Tausend weitere Ideen umsetzen und foto­gra­fieren zu wollen.

☞ Außerdem: Frage für Fotos in öffent­li­chen Gebäuden oder von Menschen unbedingt um Erlaubnis, es einfach trotzdem zu machen ist uncool und absolut respektlos!


#7 Foto­gra­fieren im Urlaub: Keine Angst vor schlechtem Wetter!

Wolken sehen manchmal echt inter­es­sant aus und lassen ein Bild mystisch wirken. Schlechtes Wetter ist keine Ausrede, um nicht trotzdem tolle Urlaubs­fotos zu machen. Besonders gut eignen sich z.B. Pfützen, in denen du einzig­ar­tige Bilder von Spie­ge­lungen bekannter Sehens­wür­dig­keiten machen könntest.

Und selbst wenn es im Strömen schüttet: Meist kommt danach die Sonne raus und sorgt für tolle Licht­stim­mungen, wie z.B. auf diesem Bild, das ich in CuscoPeru aufge­nommen habe:

Tolle Urlaubs­bilder knipst man nicht einfach so: Das richtige Timing ist wichtig. Nach einer heftigen Regen­front erstrahle der Plaza de Armas in Cusco.


#8 Urlaubs­bilder Tipps: Keine Scheu vor Fotos mit dem Smart­phone

Die oben genannten Tipps kannst du natürlich auch mit deinem Smart­phone umsetzen. Es braucht nicht immer die teure Kamera mit Stativ und 5 verschie­denen Objek­tiven. Auf den meisten Smart­phones kannst du zusätz­lich noch die Gitter­li­nien akti­vieren, die dir dabei helfen, eine gute Kompo­si­tion zu finden.

Ob du es glaubst oder nicht, aber folgende Bilder habe ich mit einem Billig-Smartphone gemacht und lediglich ein wenig nach­be­ar­beitet.

Zum Beispiel das Kolosseum in Rom am Morgen:

Das Kolosseum in Rom – aufge­nommen mit dem Handy.


Für dieses Foto der Hamelin Pool Stroma­to­li­then in West­aus­tra­lien habe ich ebenfalls mein Reise-Smartphone* verwendet. Die Kamera lag leider im Auto –  war aber garnicht so schlimm:

Mit Smart­phones kann man heut­zu­tage tolle Urlaubs­bilder machen.


Noch mehr Inspi­ra­tion für dich und deine Urlaubs­bilder

Ein kleines Video zum Abschluss von Benjamin Jaworskyj – er hat mir mit seinen Videos einiges beigebracht!

(Dieses Video wurde von YouTube einge­bettet – siehe Absatz YouTube in den Daten­schutz­be­stim­mungen | © Benjamin Jaworskyj)

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